Rota-Therapie

Über die neurophysiologische Rota-Therapie

Der Hauptgrund für diese Therapie ist das Vorliegen einer zentralen Koordinationsstörung (Begriff von Prof. Vaclav Vojta, München), die sich durch die Durchführung der Lagereaktion nach Prof. Vojta bei Neugeborenen, Säuglingen und Kleinkindern diagnostizieren lässt.

 

Die Verordnung dieser Therapie erfolgt mit dem Ziel, eine mögliche motorische Behinderung zu vermeiden, insbesondere bei Babys mit Sauerstoffmangel unter der Geburt, Frühgeborenen mit naturgemäßer Unreife des Gehirns, motorisch auffälligen Kindern (Strecktendenzen, Lieblingsseiten) und so genannten Spätentwicklern. Hinweise für eine Koordinationsstörung sind auch eine Nabelschnur-Umschlingung sowie eine Steißlage (mit nötigem Kaiserschnitt) bei der Geburt des Kindes u.a.

 

Wirksam ist diese neurophysiologische Therapie auch bei Neurodermitis, Schlafstörungen, sogenannten Schreikindern, Sichelfüßen, Hüftdysplasien, Rückgratverbiegungen (Skoliose), Schielen, Stottern, Lispeln, Hyperaktivität, Legasthenie (Lese-Schreibschwäche), motorische Ungeschicklichkeit als offensichtliche Koordinationsstörung, Wahrnehmungsstörungen als Teil einer Koordinationsstörung sowie Haltungsfehlern u.a.

 

Durchgeführt wird diese Krankengymnastik bei Babys ab dem Neugeborenenalter und Kleinkindern auf dem Schoß der Mutter,  bei älteren Kindern und Erwachsenen auf einer Matte auf dem Fußboden.

 

Diese Gymnastik fördert die Wahrnehmung der Körperlage im Raum und bringt das Gehirn "zum Nachreifen".

 

Zur Therapie gehören tägliches Baden, Wickeln und Aus-und Anziehen auf dem Schoß, Massieren der Kiefer mit einer elektrischen Zahnbürste, nackte Füßchen bei Babys (dafür Leggins oder Stulpen zur Warmhaltung der Beine, im Winter Fellstiefelchen oder weite Wollsocken), spezielles Tragen und Halten zur Vermeidung von Streckungen und der Schulter-Arm-Zurückziehung (Retraktion) sowie der Verzicht auf den Schnuller und die Vermeidung von motorischer Überforderung.

 

Allgemein ist für die Motorik das Krabbeln von allergrößter Bedeutung, es übt die Koordination und das Zusammenspiel der rechten und linken Gehirnhälfte. Wichtig ist ebenso, dass das Baby nicht zum Stehen gebracht werden darf.

 

Von "Gehfrei" (unfallträchtig !) und "Bobbycar" ist dringend abzuraten.

Fachbuchhinweis: "Die zerebralen Bewegungsstörungen im Säuglingsalter", Vojta, Enke Verlag